Nußmärtl

Seit wann die Nußmärtel im Hesselbergland Ihr Unwesen treiben lässt sich heute nicht mehr feststellen. Aber schon unsere Vorfahren berichteten, dass sich junge Männer am 10.11. das Gesicht schwarz färbten, einen Bart umhängten und in pelzige Klamotten schlüpften um die Kinder mit Süßigkeiten, Äpfeln und Nüssen, die von Unternehmen und Privatleuten gespendet wurden, zu belohnen mit dem Versprechen in Zukunft brav zu sein. In manchen Fällen soll der Nußmärtel sogar gedroht haben, besonders böse Kinder in den Sack zu stecken und sie mit in den Wald zu nehmen. Bei solchen Auftritten haben auch die ungezogenen und vorlauten Kinder gerne Reue und Besserung gelobt. Diesen Brauch hatte unser Sportkamerad Horst Dorsch (jetziger Ehren-Obernußmärtel) aus seiner Kindheit wohl noch so angenehm und lebendig in Erinnerung, dass er ihn im Jahre 1972 zusammen mit ein paar Fußballkameraden neu aufleben lies und der Brauch ist nun wieder dank der Beharrlichkeit und des Einsatzes von Horst Dorsch und seiner verstorbenen Frau Gisela zum festen und beliebten Bestandteil unseres Städtchens Wassertrüdingen geworden.